Thüringer Consulting Days 2026: Mehr Menschen, mehr Vielfalt, mehr Austausch

Hallo Du,

manchmal gibt es Veranstaltungen, bei denen man schon währenddessen merkt: Das hier ist mehr als ein Termin im Kalender. Die 3. Thüringer Consulting Days waren genau so ein Moment.

In diesem Jahr fanden die TCD bereits zum dritten Mal statt – und man darf inzwischen sagen: Sie haben sich fest etabliert. Nicht als klassische Konferenz, bei der vorne jemand spricht und hinten alle artig nicken. Sondern als aktives BarCamp für Berater, Innovatoren, Unternehmer und Menschen, die Lust haben, Wissen zu teilen, Fragen zu stellen und gemeinsam weiterzudenken.

Und ja: Es war voller als im letzten Jahr. Deutlich voller sogar. Aber nicht nur die Zahl der Teilnehmenden ist gewachsen, sondern auch die Vielfalt. Neben vielen bekannten Gesichtern aus der IT waren diesmal auch spannende Stimmen aus Weiterbildung, Medizin und anderen Branchen dabei. Genau das hat den Austausch so wertvoll gemacht. Denn wenn Menschen aus unterschiedlichen Bereichen auf Augenhöhe miteinander sprechen, entstehen oft die besten Gedanken.

Eine App, viele Ideen und ein demokratischer Tagesplan

Besonders schön war für uns, dass der innovative Geist nicht nur Thema war, sondern direkt erlebbar wurde. Unsere intelligente Session-App hat die eingereichten Themen gesammelt, demokratische Teilnehmer-Votes berücksichtigt und daraus live den Tagesplan generiert.

Ein bisschen Technik, ein bisschen Mitbestimmung, ein bisschen Magie – und plötzlich wurde aus vielen einzelnen Ideen ein gemeinsamer Fahrplan.

Genau so stellen wir uns ein BarCamp vor: nicht fertig geplant bis zur letzten Minute, sondern lebendig, flexibel und getragen von den Menschen, die dabei sind.

Das große Thema: Wissen, das da ist – aber nicht gefunden wird

Ein zentrales Thema zog sich wie ein roter Faden durch den Tag: Wissen. Genauer gesagt die Frage, wie Unternehmen mit Wissen umgehen, das längst vorhanden ist – aber im entscheidenden Moment trotzdem nicht gefunden wird.

Denn Hand aufs Herz: Viele Unternehmen sitzen auf riesigen Mengen an Informationen. Dokumente, Handbücher, PDFs, E-Mail-Verläufe, Meetingmitschnitte, gesetzliche Vorgaben, Projektnotizen, Support-Tickets, alte Präsentationen, neue Präsentationen und irgendwo dazwischen die Datei mit dem Namen „Final_Wirklich_Final_v3.pdf“.

Willkommen im Datenfriedhof.

Das Problem ist dabei selten, dass Wissen fehlt. Das Problem ist, dass Wissen fragmentiert ist. Es liegt überall und nirgends zugleich. In Ordnern, in Köpfen, in Postfächern, in Chats, in Laufwerken und in Ticketsystemen. Und wenn man es braucht, beginnt die große Suche.

Die Mär von der perfekten Ordnerstruktur

Lange lautete die Antwort darauf: „Wir müssen uns einfach besser organisieren.“ Klingt logisch. Ist aber in vielen Fällen ein Märchen.

Denn jede Ordnerstruktur folgt einer bestimmten Logik – meistens der Logik der Person, die sie angelegt hat. Was für den Vertrieb völlig nachvollziehbar abgelegt wurde, findet die IT vielleicht niemals wieder. Was für die Projektleitung logisch klingt, wirkt für den Support wie ein Labyrinth.

Und schon entsteht der klassische Ablage-Logik-Konflikt.

Die entscheidende Erkenntnis lautet deshalb: Der Mensch kann unmöglich so perfekt strukturiert ablegen, wie eine moderne Maschine intelligent suchen kann.

Genau hier beginnt der Wandel. Weg von starren Ablagesystemen. Hin zu intelligenter Auffindbarkeit. Weg vom stummen Datenfriedhof. Hin zum dynamischen Unternehmensgedächtnis.

Warum verstreutes Wissen richtig teuer wird

Das ist kein nettes IT-Luxusthema für irgendwann. Es ist ein echter wirtschaftlicher Faktor.

Mitarbeitende verbringen im Alltag viel zu viel Zeit damit, Vorlagen, Informationen oder Entscheidungen zu suchen. Neue Fachkräfte brauchen oft Monate, um sich durch bestehendes Wissen zu kämpfen. Und wenn erfahrene Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand gehen oder das Unternehmen verlassen, verschwindet häufig nicht nur Arbeitskraft, sondern auch wertvolles Erfahrungswissen.

Dieses berühmte „Bauchgefühl“, das nie sauber dokumentiert wurde, aber im Alltag Gold wert war.

Wissensmanagement der Zukunft bedeutet deshalb nicht: Wir bauen noch einen Ordner. Es bedeutet: Wir schaffen Systeme, die Wissen wirklich nutzbar machen.

Säule 1: Vom Suchen zum Finden-Lassen

Eine wichtige Säule dabei ist Semantic Search in Verbindung mit Retrieval-Augmented Generation, kurz RAG. Das klingt erstmal technisch, ist aber im Kern sehr menschlich gedacht.

Mitarbeitende müssen nicht mehr wissen, welches Stichwort in welchem Dokument vorkommt. Sie stellen einfach eine Frage in natürlicher Sprache – und erhalten eine präzise Antwort inklusive Quellen, Belegen und Links.

Aus Suchen wird Finden-Lassen.

Säule 2: Wissensdatenbanken, die sich selbst aufräumen

Eine zweite Säule sind sogenannte Self-Healing Knowledge Bases. Also Wissensdatenbanken, die sich ein Stück weit selbst pflegen.

Wenn zum Beispiel zwei widersprüchliche Reisekosten-Richtlinien im System liegen, erkennt die KI die Diskrepanz, weist die zuständige Abteilung darauf hin und kann veraltete Inhalte aus dem aktiven Wissensbestand herausnehmen.

Das verhindert Fehler, reduziert Unsicherheit und schützt vor falschen Entscheidungen.

Säule 3: Wissen automatisch einfangen

Die dritte Säule ist Auto Knowledge Capture. Denn Wissen entsteht selten dann, wenn jemand sagt: „So, jetzt schreibe ich mal ein Handbuch.“

Wissen entsteht in Gesprächen, Meetings, Chats und Entscheidungen. Smarte, datenschutzkonforme Assistenten können helfen, genau dieses Wissen einzufangen: Meetings transkribieren, Kernentscheidungen herausfiltern und daraus strukturierte Wiki-Einträge erzeugen.

Nicht als Ersatz für Menschen, sondern als Unterstützung im Alltag.

Säule 4: Ohne Kultur geht gar nichts

Und dann gibt es die vierte Säule – wahrscheinlich die wichtigste: Kultur.

Denn die beste Technologie scheitert, wenn Menschen ihr nicht vertrauen. Wissensmanagement der Zukunft ist deshalb nicht nur eine Frage von Software, sondern auch von Haltung.

Die Rolle des Wissensmanagers verändert sich. Weg vom Dokumenten-Bibliothekar, der PDFs sortiert. Hin zum KI-Governance-Strategen, der Leitplanken definiert, Qualität sichert, ethische Standards setzt und Vertrauen aufbaut.

SAIBot: Ein praktisches Beispiel aus dem ambarics Alltag

Ein konkretes Beispiel dafür ist unser SAIBot – der Search-Artificial-Intelligence-Bot von ambarics.

Er soll genau dort helfen, wo klassische Systeme an ihre Grenzen kommen: bei dicken Betriebshandbüchern, komplexen Systemdokumentationen, isolierten Support-Tickets und verstreutem Erfahrungswissen.

Der SAIBot verbindet Informationen auf einer Oberfläche, erkennt Zusammenhänge und macht Wissen über Abteilungsgrenzen hinweg nutzbar.

Klein anfangen, klug wachsen

Für Unternehmen muss der Einstieg dabei gar nicht riesig sein. Im Gegenteil.

Der sinnvollste Weg beginnt meist mit einem klaren Audit: Wo brennt es am meisten? Im Onboarding? Im Kundensupport? In der internen Dokumentation?

Danach folgt ein Pilot in einem abgegrenzten Bereich – zum Beispiel im IT-Support. Erst wenn der Nutzen sichtbar wird, sollte skaliert werden. Schritt für Schritt, transparent und begleitet von einem Kulturwandel, der die Menschen mitnimmt.

Warum dieses Thema alle Branchen betrifft

Genau deshalb passte dieses Thema so gut zu den Thüringer Consulting Days 2026. Denn Wissensmanagement betrifft alle.

Die IT genauso wie die Weiterbildung. Die Medizin genauso wie Beratung, Verwaltung, Geschäftsführung und Support. Überall dort, wo Informationen entstehen, weitergegeben und wiedergefunden werden müssen, stellt sich dieselbe Frage:

Wie machen wir aus verstreuten Daten echtes Wissen?

Die TCD haben gezeigt, wie wertvoll es ist, diese Fragen nicht allein im eigenen Unternehmen zu wälzen, sondern gemeinsam mit anderen Perspektiven zu betrachten. Offen, ehrlich und auf Augenhöhe.

Unser Fazit: Der TCD-Spirit lebt

Unser Fazit fällt eindeutig aus: Die 3. Thüringer Consulting Days waren ein voller Erfolg. Mehr Teilnehmende, mehr Vielfalt, starke Themen, spannende Sessions und eine Community, die Lust hat, weiterzumachen.

Und genau das werden wir tun.

Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr – auf neue Fragen, neue Ideen, neue Begegnungen und hoffentlich wieder auf diesen besonderen TCD-Spirit, der aus einer Veranstaltung eine echte Gemeinschaft macht. – Hier gehts zur Homepage der TCD.

Bleibt neugierig und lasst die Inspiration sprudeln. Bis zum nächsten Mal auf unserem Blog! AK